Warum Einfachheit schwieriger ist, als es auf den ersten Blick scheint
Viele Umbauten von Transportern versuchen, durch ihre Ausstattung zu beeindrucken.
Keine Akkus mehr. Keine Stauräume mehr. Keine sichtbare Technik mehr.
Diese Elemente können zwar nützlich sein, machen einen Raum aber nicht unbedingt wohnlicher. Im Gegenteil: Die Anhäufung sichtbarer Gegenstände bewirkt oft das Gegenteil: visuelle Unruhe und Innenräume, die eher überladen als erholsam wirken.
Bei Rocksalt gehen wir das Design anders an. Anstatt uns zu fragen, was wir hinzufügen können, überlegen wir, was wir weglassen können.
Bei der Gestaltung eines ruhigen Interieurs geht es nicht darum, einen oberflächlichen Minimalismus anzustreben. Vielmehr geht es darum, einen Raum so zu strukturieren, dass jedes Element sowohl visuell als auch funktional seine Daseinsberechtigung hat. Paradoxerweise erfordert das Erreichen dieser Einfachheit oft mehr Überlegung und Arbeit.

Ein skandinavischer Einfluss
Unsere Raumgestaltungen sind teilweise vom skandinavischen Design inspiriert: helle, ausgewogene Räume, in denen Schlichtheit und die Qualität der Materialien Vorrang vor einer Anhäufung von Effekten haben.
Anstatt eine Vielzahl von Oberflächen zu verwenden, arbeiten wir mit einer begrenzten und einheitlichen Materialpalette. Dadurch wirkt der Innenraum als Ganzes und nicht als Aneinanderreihung einzelner Elemente.
In unserem Vorführwagen beispielsweise sorgt die Kombination aus Fenix-Oberflächen, Türen aus massiver Eiche, einem Bolon-Boden und Stoffen von Designers Guild für eine schlichte Farbpalette, bei der die Textur und die Qualität der Materialien den Ton angeben.
Für dieses Projekt wurde Eiche gewählt, da sie sich auf natürliche Weise mit dem warmen Farbton des Fenix Castoro Ottawa harmoniert. Dies ist jedoch keine pauschale Entscheidung. Je nach dem für das jeweilige Projekt angestrebten Charakter arbeiten wir auch mit anderen Holzarten oder Materialkombinationen.
Was vor allem zählt, ist nicht das Material an sich, sondern die Konsequenz, mit der es eingesetzt wird.



Licht und Oberflächen
Das Licht hat einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung eines Raumes.
In einem kompakten Innenraum wie dem eines Vans können stark reflektierende Materialien schnell Spiegelungen verursachen und ein Gefühl visueller Unruhe hervorrufen.
Deshalb bevorzugen wir Oberflächen, die das Licht absorbieren, anstatt es zu reflektieren.
Die Fenix mit ihrer extrem matten Oberfläche streut das Licht sanft. Die Oberflächen wirken dezent und lenken die Aufmerksamkeit nicht unnötig auf sich.
Auch die Form des Fahrzeugs selbst spielt eine Rolle. In einem Mercedes Sprinter beispielsweise sorgen die leicht geschwungenen Wände für sanftere Übergänge zwischen den Flächen. Wenn diese Rundungen bei der Gestaltung der Innenausstattung berücksichtigt werden, fällt das Licht natürlicher in den Raum.
Das Ergebnis ist zwar subtil, trägt aber wesentlich zur allgemeinen Atmosphäre bei.

Aufbewahrung ohne optische Unordnung
Ein Transporter muss im Alltag praktisch sein. Doch Funktionalität darf nicht zu einem überladenen Innenraum führen.
In vielen Wohnräumen bleiben Mäntel, Schuhe oder Alltagsgegenstände letztendlich ständig im Blickfeld.
In unseren Projekten haben diese Elemente zwar immer einen festen Platz, bleiben aber unauffällig.
Die Kleiderhaken befinden sich beispielsweise in der Nähe der hinteren Türen, wo sie beim Einsteigen in den Van nützlich sind, sind jedoch in die Einrichtung integriert und nicht an den Wänden angebracht. Für die Schuhe gibt es spezielle Schubladen im Eingangsbereich, damit sie sofort verstaut werden können.
Das gleiche Prinzip gilt für die technischen Elemente. Die elektrischen Systeme und Bedienelemente sind in die Möbel integriert. Im zentralen Bereich des Innenraums sind weder Bildschirme noch Leuchtanzeigen zu sehen, die den Blick auf sich ziehen.
Wenn die Schränke geschlossen sind, stört kein Bildschirm und keine Taste die Atmosphäre – auch nachts nicht.


Zurückhaltung bei der Materialauswahl
Einfachheit zeigt sich auch in der Zurückhaltung bei der Materialauswahl.
In vielen Innenräumen werden immer mehr verschiedene Oberflächen verwendet, um Abwechslung zu schaffen. In einem kleinen Raum hat dies jedoch oft den gegenteiligen Effekt: Der Raum wirkt zersplittert.
Wir arbeiten lieber mit wenigen Materialien, setzen diese aber konsequent ein.
Fenix sorgt für strapazierfähige und sehr matte Oberflächen. Holz verleiht dem Raum natürliche Wärme. Textilien sorgen für eine behagliche Atmosphäre. Bodenbeläge wie Bolon zeichnen sich durch Strapazierfähigkeit und schlichte Optik aus.
Zusammen schaffen diese Materialien ein ausgewogenes Interieur, in dem nichts unnötig dominiert.

Ein Ort, der die Reise begleitet
Ein Transporter ist nicht nur ein Transportmittel. Er ist auch ein Ort zum Leben.
Manchmal für ein paar Tage, manchmal für mehrere Wochen. Ruhige Morgen, regnerische Tage oder beschauliche Abende, an denen man einfach mal innehält, gehören dazu.
In solchen Momenten ist das Ambiente im Innenraum wichtiger als die Ausstattungsliste.
Ein ruhiger Ort, an dem man sich ausruhen, sich auf die Reise konzentrieren und die Zeit an Bord genießen kann.

Einfachheit als Disziplin
Einfachheit wird oft als das Fehlen von Design wahrgenommen.
Tatsächlich ist sie das Ergebnis einer Reihe gezielter Entscheidungen: die Auswahl der Materialien zu begrenzen, die Oberflächen aufeinander abzustimmen, Stauraum zu integrieren und technische Elemente zu verbergen, die nicht sichtbar sein müssen.
Jedes Element muss seinen Platz finden.
Das Ergebnis mag selbstverständlich erscheinen, ist jedoch das Ergebnis einer sorgfältigen Konzeption.

Der Rocksalt-Ansatz
Bei Rocksalt konzipieren wir Transporter als Lebensräume und nicht als Ansammlung von Ausstattungselementen.
Durch den gekonnten Einsatz von Materialien, Licht, Stauraum und technischer Integration streben wir danach, nachhaltige, ausgewogene und langfristig wohnliche Innenräume zu schaffen.
Im Design entsteht Qualität nicht immer dadurch, dass man etwas hinzufügt.
Oft ergibt sie sich daraus, was man bewusst außer Acht lässt.











